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Berockte Besonderheiten

Worum geht es im Roman "Der berockte Mann"?

Wie wäre es, körperlich optimiert die Chance auf ein von Mühen befreites Leben zu haben? Den Schriftsteller Kalmaris trifft dieses schöne Schicksal in Form einer Entführung durch die „Föi“. Er braucht nur in deren für 2000 Entführte geschaffene Habitat zu tun, was ihm die Androidin Feya vorgibt, zum Beispiel Kleider und Röcke als Aufwertung des Weiblichen tragen und die ihm zugedachte Frau annehmen und mit angepasstem Verhalten die Weiterexistenz der Menschheit fern der Erde sichern … und sei es als abschreckendes Beispiel. Kalmaris aber ist der sinnlosen Faulheit bald überdrüssig und versucht, die Grenzen der Macht der technisch überlegenen Aliens zu erkunden, um sie zu übertreten.

Besonderheiten des Buchprojekts 

„Der berockte Mann“ ist ein Roman, dessen Hauptfigur, der sich „Kalmaris“ nennende Buchautor im Rentenalter, zugleich als „Autor“ des Buches selbst agiert. Weil diese Hauptfigur bereits feministisch angehauchte Geschichten geschrieben hat, werden einige als Anhang angeboten. Es handelt sich um folgende Titel:

  • „Tanjas wegen“ ist die Geschichte einer professionellen Leihmutter, der die Löschung ihrer virtuellen Gesamtexistenz droht, weil sie eine Tochter aufzieht. Mädchen waren in ihren Leihmutterverträgen nicht vorgesehen …

  • „Milan auf der Frameninsel“ - Die Männer eines Inseldorfes verprügeln ihre Frauen nach Laune. Das ändert sich erst, als die Frauen zu den Riesengreifvögeln flüchten können.

  • „Wirklichkeiten“ - Die Rache einer Studentin für ihre Vergewaltigung. Ein Spiel mit der Möglichkeit von Zeitreisen.

  • „Der Placebo-Effekt“ - Eine elektronisch gestützte Partnervermittlung, bei der Ergebnisse vertauscht werden.

  • „Im Exil der Ganzen“ - Eine Welt, in der „ganze Menschen“ geschaffen werden, die keine geschlechtliche Dominanz mehr haben.

Als weiterer Anhang sind 40 „... Thesen zu Geschlecht und Gendern“ vorgesehen ...

Feministische Idee

Im Romanprojekt "Der berockte Mann" retten die außerirdischen Föi 2000 Hellersdorfer vor der absehbaren Selbstvernichtung der Menschheit, um ihnen eine optimierte Weiterexistenz in einem dafür eingerichteten Habitat zu ermöglichen.  Als erstes Problem entpuppt sich für den Hellersdorfer Schriftsteller Kalmaris, dass die Föi das Nutzen von hosenartigen Kleidungsstücken als Symbol patriarchalischer Machtverhältnisse ansehen. Kalmaris kann und darf sich also nur in Kleider und Röcke hüllen. Das wird auch der lebende Autor Kalmaris aus Hellersdorf. Er wird sich im normalen Alltag ausschließlich in nicht hosenartige Kleidungsstücke kleiden, um sich als hinter dem Geist des Romans stehend zu zeigen ...

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Warum das Ganze?

Die Antwort auf diese Frage ist abhängig davon, was man unter „das Ganze“ versteht – nur diese Homepage, dass ich mich als feministischer SF-Autor verstehe oder dass ich versuche, mich auch äußerlich  meinem Romanhelden Kalmaris anzupassen? Dass nicht die in einer der Geschichten aus „Der berockte Mann“ auftauchende Ganzheit der Menschen gemeint ist, die erst entsteht, wenn in jedem Menschen sowohl alle weiblichen als auch die männlichen Teile „eingebaut“ sind, versteht sich von selbst.


 

Ich beginne mit der Homepage. Da wäre die Antwort leicht:

Ich glaube, ich brauche sie, weil ich schreibe.

Und warum schreibe ich? Weil ich einfach muss.

Und warum muss ich? Weil ich eben ein ganz konkretes Ich bin. So wie jeder andere lebende Mensch eine ganz einzigartige Persönlichkeit ist. Ich stehe für das, was ich bin. So wie ein solches Selbst-Bewusstsein jedem zusteht, sofern er nicht dadurch Andere an ihrer Entfaltung hindert.

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Zu meinem Leben gehört die Literatur, das eigene fantasievolle Schöpfen, das Hoffen, mit den eigenen Worten anderen Menschen Freude und Vergnügen zu bereiten, und die Einbildung, dass mir das gelingen kann und gelegentlich sogar gelungen ist. Ohne Schreiben lebte ich nicht mehr, sondern existierte nur noch als biochemische Substanzballung.

Ich erwarte nicht, dass jemand sein will wie ich, also verlange man auch nicht von mir, dass ich mich anderen Menschen und Moden anpasse. Ich bin ein freier Mensch und laufe keiner Mode hinterher. Das halte ich für eine freiwillige Unterwerfung. Nicht zuletzt lehne ich Uniformen ab als äußeres Symbol einer grundsätzlichen Bereitschaft mitzumachen, Befehlen zu gehorchen, selbst wenn sie allgemeinen ethischen Prinzipien widersprächen. (Für das, wofür Menschen als gehorsame Soldaten belobigt werden, würden sie als Privatperson für mehr als 10 Jahre eingesperrt …)

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Widerspricht das nicht meinem demonstrierten Auftreten als berockter Mann?

Ich habe den Ausdruck „berockt“ bewusst vom bekennenden Antisemiten und Frauenhasser Richard Wagner übernommen. Von diesen beiden Grundeinstellungen distanziere ich mich ausdrücklich. Nein, noch mehr: Ich will mich gegen Frauen geringschätzende Haltungen stellen und dem als Abwertung gemeinten Begriff gerade einen neuen selbstbewusst positiven Unterton geben. ("Sei stolz, berockt zu sein.") Mir missfällt, dass Frauen so sein sollen und wollen wie Männer. Ich schätze nicht die so schrecklich missbrauchbare Fähigkeit, Macht auszuüben. Es ist nicht meine Würde, bildlich und praktisch „die Hosen anhaben“ zu können.

Die Menschen denken heute freier als im finsteren Mittelalter, aber gewisse geistige Reste haben sich aus der Zeit erhalten. Dazu gehört auch eine gewisse Abwertung des Weiblichen. Niemand wundert sich über den Wunsch von Frauen und Mädchen, in Jeans herumzulaufen, kleidet sich aber ein Mann berockt, so wird das nur als Travestie-Varieté-Nummer toleriert.

Okay, ich übertreibe, aber warum nicht? Ich erwarte ja nicht, dass jetzt die Männermassen im Alltag so total „berockt“ herumlaufen wie ich das vorhabe. (Aber trauen sollten sich das einige schon ...) Ich will auch gar keine Frau sein – das wäre mir ein viel zu kompliziertes Leben. Aber das Weibliche demonstrativ hoch schätzen darf ich schon. Schließlich gibt es in der Menschenwelt nichts, was nur Männer können, und Frauen nicht. Umgekehrt schon: Mir ist weder ein Mann begegnet, der neues Leben hätte austragen noch als mobile Futter- und Wärmequelle für den Nachwuchs fungieren können. Die schnellsten Frauen laufen zwar etwas langsamer als die schnellsten Männer und die besten Schachspielerinnen liegen etwas niedriger im FIDE-Ranking als die besten Schachspieler, aber mit besonderer gymnastischer Leistung könnte eine Frau selbst in hohem Bogen pinkeln, nur ist das wichtig?

Der Übergang zu den ersten patriarchalischen Systemen gehört nicht zu den Sternstunden der Menschheitsentwicklung, die Einführung von Gendersternchen erst recht nicht. Beide haben die Welt nicht besser gemacht.

Freiheit in Frieden setzt eine Minimierung ökonomischer und sozialer Machtstrukturen voraus. Das Widersinnige ist, dass die erkämpft werden muss.

Mein Weg liegt nicht in politischer Propaganda, eher im Vergnügen, das man hoffentlich beim Lesen meiner Manuskripte haben kann, und in den Gedanken, die den Lesenden dabei leicht schmunzeln lassen.

Viele Lebensjahrzehnte bleiben mir nicht mehr. Was ich jetzt nicht schaffe, schaffe ich nie. Zumindest habe ich mich bewegt ...

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